Das HGI

Das Horst Görtz Institut für IT-Sicherheit (HGI) wurde 2002 an der Ruhr-Universität Bochum gegründet, um den europaweiten Defiziten in der IT-Sicherheitsforschung zu begegnen. Am Institut forschen aktuell 21 Professorinnen und Professoren mit ihren Arbeitsgruppen aus der Elektro- und Informationstechnik, Mathematik sowie den Geistes- und Gesellschaftswissenschaften.

In diesem interdisziplinären Umfeld werden nahezu alle Aspekte der IT-Sicherheit abgedeckt, von Grundlagenforschung der Kryptographie über Internetsicherheit bis hin zu Sicherheit für das Internet der Dinge, Usability und Datenschutz. Mit rund 200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ist das HGI eine der europaweit größten und renommiertesten Hochschuleinrichtungen im Bereich IT-Sicherheit.

Der Erfolg des Instituts beruht auf drei Pfeilern: Spitzenforschung, Studium und Vernetzung/ Praxistransfer.

Forschung

Die Spitzenstellung in der Forschung zeigt sich zum Beispiel in der Einwerbung von über 160 Drittmittelprojekten, aus denen bahnbrechende Innovationen und eine Vielzahl erfolgreicher Start-ups hervorgegangen sind. Zudem ist das HGI die einzige Forschungseinrichtung im Bereich IT-Sicherheit, die gleich drei der hochkompetitiven Grants des European Research Councils (ERC) eingeworben hat.

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Studium

Mit dem ersten Diplomstudiengang in IT-Sicherheit hat die Ruhr-Universität Bochum bereits im Jahr 2000 Pionierarbeit geleistet. Heute bietet das HGI vier Studiengänge an: ein konsekutives Bachelor- und Masterprogramm, einen Master für Studierende mit Bachelor-Abschluss in Informatik, Elektrotechnik, Informationstechnik, Mathematik oder Physik und einen berufsbegleitenden Fernstudiengang. Rund 1.000 Studierende sowie 200 Immatrikulationen und 120 Abschlüsse im Jahr machen das HGI zur größten Ausbildungseinrichtung für IT-Sicherheit in Europa.

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Vernetzung

Auch der Transfer wissenschaftlicher Ergebnisse in die Praxis ist ein wichtiges Anliegen des HGI. Dies zeigt sich in der Vielzahl namhafter Kooperationspartner, unter denen sich Weltkonzerne wie beispielsweise Bosch und Google befinden. Das seit 2012 bestehende IT-Sicherheitsnetzwerk nrw.unITS setzt sich am HGI für die Kooperation und den Austausch aller IT-Sicherheits-Akteure in NRW ein. Daneben vernetzt die Firmenkontaktmesse ITS.Connect Studierende der IT-Sicherheit mit Unternehmen, während der ITS.Pitch Start-ups der Branche mit Investoren zusammenbringt.

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Historie

1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
1999
Idee zur Gründung eines Instituts mit der Aufgabe, den eu­ro­pa­wei­ten De­fi­zi­ten in der öf­fent­li­chen For­schung über IT-Si­cher­heit zu be­geg­nen.
2000
Beginn der ITS-Ausbildung mit zunächst 30 Studierenden zum Dipl.-Ing. "Sicherheit in der Informationstechnik".
2001
Berufung der ersten beiden Professuren innerhalb des in Gründung befindlichen Instituts: Die ersten beiden Professoren, die am Institut forschen, sind Herr Prof. Hans Dobbertin, ein weltberühmter Kryptograph (gest. 2006) und Prof. Christof Paar, ein Experte auf dem Forschungsgebiet "Eingebettete Sicherheit".
2002
Gründung des Horst Görtz Institut für IT-Sicherheit an der Ruhr-Universität Bochum. Na­mens­ge­bend ist eine Grün­dungs­spen­de der Horst Görtz Stif­tung, die einen wert­vol­len Grund­stein zum Auf­bau des In­sti­tuts legte. Dr. Horst Görtz steht auch heute noch in engem Kon­takt mit der For­schungsarbeit am In­sti­tut.
2003
Berufung von Prof. Jörg Schwenk auf den Lehrstuhl für Netz- und Datensicherheit. Einrichtung einer Juniorprofessur unter Leitung von Prof. Ahmad-Reza Sadeghi. Internationale Sichtbarkeit durch Gründung des European Network of Excellence in Cryptography (ECRYPT), der Konferenz Embedded Security in Cars (ESCAR) und die Ausrichtung der Cryptographic Hardware and Embedded Systems (CHES)-Konferenz. ESCAR ist heute die wichtigste internationale Konferenz für alle Fragen zur Cybersicherheit in Autos.
2004
Gründung des a-i3-Symposiums (Arbeitsgruppe Identitätsschutz im Internet) durch Prof. Jörg Schwenk, der inzwischen ältesten Initiative in Deutschland zu den juristischen Themen der IT-Sicherheit. Start des ersten Masterstudiengangs und erste interdisziplinäre Verbreiterung durch Aufnahme von Herrn Prof. Borges aus den Rechtswissenschaften.
2005
Verleihung des ersten Diploms im Studiengang "Sicherheit in der Informationstechnik".
2006
Der HGI-Doktorand Thomas Dullien belegt den ersten Platz des mit 100.000 € dotierten Deutschen IT-Sicherheitspreises und Timo Kasper erhält den CAST-Preis für die besten Abschlussarbeiten auf dem Gebiet der IT-Sicherheit.
2007
Berufung von Prof. Alexander May auf den Lehrstuhl für Kryptologie und IT Sicherheit.
2008
Gründung der ITS.Connect, der ersten Firmenkontaktbörse für IT-Sicherheit in Deutschland.
2009
Ausrichtung der EUROCRYPT, der weltweit größten Kryptographiekonferenz, in Köln.
2010
Einwerbung verschiedener hochdotierter Forschungs- und Förderpreise für IT-Sicherheit: Sofja Kovalevskaja-Preis (Prof. Eike Kiltz), Emmy Noether Gruppe (Dr. Christopher Wolf), Platz 1 und 2 des Deutschen IT-Sicherheitspreises sowie alle 3 Plätze des CAST-Preises für Abschlussarbeiten gehen an HGI-Mitglieder. Bildung von zwei weiteren Arbeitsgruppen am HGI für "Sichere Hardware" (Prof. Günyesu) und für "Eingebettete Schadsoftware" (Prof. Thorsten Holz).
2011
Aufgrund seiner richtungsweisenden Arbeiten auf dem Gebiet des „Cryptographic Engineering“ wird Prof. Christof Paar zum IEEE Fellow (Institute of Electrical and Electronics Engineers) ernannt.
2012
Start des Gra­du­ier­ten­kol­legs „Neue Her­aus­for­de­run­gen für die Kryp­to­gra­phie in ubi­qui­tä­ren Rech­ner­wel­ten“ (UbiCrypt), das erste Doktorandenkolleg Deutschlands auf dem Gebiet der Kryptographie. Berufung von Prof. Thorsten Holz auf den Lehrstuhl für Systemsicherheit. Start des Projekts nrw.uniTS, des Netzwerks der IT-Sicherheitsfirmen in NRW. Auszeichnung von Prof. Christof Paar mit dem Innovationspreis NRW.
2013
Einrichtung der Juniorprofessur für Informationssicherheit unter Leitung von Prof. Christina Pöpper. Gewinn von 4 CAST-Preisen für Abschlussarbeiten und Dissertationen durch Bochumer Studierende und Doktoranden.
2014
Einwerbung eines "ERC Consolidator Grant" des Europäischen Forschungsrats durch Prof. Eike Kiltz. Einrichtung der Juniorprofessur für Mobile Sicherheit unter Leitung von Prof. Markus Dürmuth.
2015
Berufung von Prof. Eike Kiltz auf den Lehrstuhl für Kryptographie. Einrichtung der Juniorprofessor für "Angewandte Kryptographie" unter der Leitung von Prof. Sebastian Faust. Einwerbung eines "ERC Starting Grant" des Europäischen Forschungsrats durch Prof. Thorsten Holz. Prof. Gregor Leander erhält eine Heisenberg-Professur.
2016
Einwerbung eines "ERC Advanced Grant" des Europäischen Forschungsrats durch Prof. Christof Paar. Start des in­ter­dis­zi­pli­nä­ren Fortschrittskollegs „Schöne neue Welt: Sicherheit für Menschen im Cyberspace (SecHuman)". Aufnahme von weiteren 6 Professorinnen und Professoren aus den Geistes- und Gesellschaftswissenschaften zur Stärkung der interdisziplinären Ausrichtung des Instituts. Best-Pa­per-Re­kord: Prof. Eike Kiltz erhält seinen vierten Best Paper Award auf der Eurocrypt, der Flagschiff-Konferenz für Kryptographie. Organisation des 1. ITS-Pitch für Start-Ups in Zusammenarbeit mit der Worldfactory der RUB.
2017
Einrichtung der W2-Professur für Sicherheitstechnik unter Leitung von Prof. Dr. Tim Güneysu. Konsortialführung bei Gründung des Center for Advanced Internet Studies (CAIS). Einrichtung des NRW weiten Graduiertenkollegs „Human Centered Systems Security (NERD NRW)“, dessen Leitung am HGI liegt. HGI wird Research Department der RUB.