HGI News

Von der Idee zum Unternehmen: Inkubator-Projekt fördert die Gründung von innovativen Start-ups in Bochum im Bereich IT-Sicherheit

11.12.2017 - Julia Laska

inkubator


Am 01. Dezember 2017 ist der Startschuss für das Projekt „Gründungsinkubator“ am Horst Görtz Institut für IT-Sicherheit (HGI) an der Ruhr-Universität Bochum (RUB) gefallen. Das Ziel: Die Entstehung von innovativen Start-ups in der IT-Sicherheitsbranche in Bochum zu fördern und Ausgründungen aktiv zu unterstützen. „Bochum hat eine der aktivsten Gründerszenen Europas im Bereich IT-Sicherheit. Zudem existiert ein hoch entwickeltes lokales und überregionales Netzwerk aus Unternehmen und Institutionen im Bereich Datensicherheit. Dieses Ökosystem bietet ideale Voraussetzungen für unser Projektvorhaben“, so Prof. Dr. Christof Paar, der als Lehrstuhlinhaber des Bereichs Eingebettete Sicherheit am HGI der RUB tätig ist und die Federführung des Projektes innehat.


Das vorhandene Potential in Bochum wird durch das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt „Gründungsinkubator“ nun erstmals gezielt gebündelt. So wird im Rahmen des Inkubators der komplette Entwicklungszyklus eines Start-ups – von der Idee bis zur Unternehmensgründung – unterstützt. Konkretes Ziel ist es, technische Ideen mit kommerziellem Potential zur Marktreife zu entwickeln, interessierte Studierende sowie Forschende aus dem HGI oder dessen Umfeld die Option einer Gründung aufzuzeigen und die Erfolgsaussichten für junge Security-Unternehmen durch gezielte Unterstützungsangebote zu erhöhen und deren Aufbau zu beschleunigen.


Eine der Besonderheiten des „Gründungsinkubators“ ist, dass nicht erst jene Gründerinnen und Gründer adressiert werden, die bereits den Entschluss für ein Start-Up gefasst haben, sondern auch die hohe Anzahl an Studierenden und Doktoranden anspricht, die eine Gründung noch nicht in Erwägung gezogen haben. So hat das HGI der RUB mit rund 800 Studierenden die größte Ausbildungseinrichtung für IT-Sicherheit in Europa. Beste Bedingungen, um Forschung und Gründung zusammenzuführen und Studierende – sowohl auf technischer Ebene als auch hinsichtlich des Firmenaufbaus – dazu zu befähigen, ein Start-Up zu gründen und zum Erfolg zu führen.


Start-Ups sind nicht nur ein optimales Vehikel für den Transfer von Forschungsergebnissen aus der in Deutschland international sehr gut aufgestellten Wissenschaftslandschaft in die Praxis, sondern tragen ebenso grundlegend zu der wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland bei. Prof. Paar: „Wir freuen uns sehr, dass wir mit der Förderung durch das BMBF dieses innovative Projekt am Standort Bochum realisieren können und die Möglichkeit erhalten, die Region im Bereich IT-Sicherheit weiter zu stärken und junge Menschen bei der Unternehmensgründung zu begleiten. Dabei wird eine mehrjährige Förderung durch das BMBF angestrebt.“ Neben Bochum werden auch an den Standorten Saarbrücken, Darmstadt und Karlsruhe Gründungsinkubatoren eingerichtet. Das BMBF fördert die Projekte mit jeweils 500.000 Euro für zunächst ein Jahr.


Kontakt für Presseanfragen:

Julia Laska, M.A., Marketing und Public Relations, Horst Görtz Institut für IT-Sicherheit (HGI) der Ruhr-Universität Bochum (RUB), Tel.: +49 (0) 234 32 29162, Mail: julia.laska@rub.de

Die Psychologie der Angreifer: Neue Forschergruppe forscht zur "Digitalen Gesellschaft"

30.11.2017 - Julia Laska

digitale_gesellschaft

Die Psychologie der Angreifer: Technik und Nutzer werden oft für Unsicherheiten der digitalen Welt verantwortlich gemacht. Jetzt nehmen sich Forscher die andere Seite vor.

Auf der Basis psychologischer Erkenntnisse will eine neue Nachwuchsforschergruppe an der Ruhr-Universität Bochum (RUB) digitale Systeme sicherer machen. Dazu nehmen die Mitglieder erstmals auch die Psychologie der Angreifer ins Visier. Die Gruppe unter Leitung von Dr. Malte Elson startet am 1. Januar 2018. Das Land Nordrhein-Westfalen fördert sie für fünf Jahre in der Förderlinie "Digitale Gesellschaft" mit über 800.000 Euro.

Sicherheit stärkt die Demokratie: Tagtäglich nutzen wir Technologien und Systeme, die hochsensible Nutzerdaten speichern. Kompromittierte Systeme sind eine Bedrohung für die Bevölkerung einschließlich ihrer gewählten Regierungen. Möglich wäre es Angreifern zum Beispiel, Wahlen zu manipulieren. Anders herum könnten aber auch Regierungen Bürger oder demokratische Institutionen wie Parteien überwachen. "Wenn wir die Sicherheit digitaler Technologien erhöhen, schützen wir daher freiheitliche Prinzipien und gesellschaftliche Werte von Demokratien", so Malte Elson vom Lehrstuhl für Pädagogische Psychologie.

Blick erweitern: Der Forschungsbereich "Usable Security" zielt darauf ab, Sicherheitsmechanismen besser nutzbar zu machen und Menschen etwa dazu zu bringen, sichere Passwörter zu wählen. Die Systemsicherheit ist aber auch ohne direkte Nutzerinteraktion gefährdet, zum Beispiel durch Manipulationen an der Hardware. Über psychologische Dimensionen von Angriffen auf unsichere Systeme oder die Gestaltung sicherer Hardware ist bislang jedoch wenig bekannt. Die Nachwuchsforschergruppe knüpft an psychologische Forschung aus der Usable Security an und erweitert sie um die Analyse von Verhaltensweisen von Angreifern auf Hardware-Chips. "Dabei wollen wir gezielt Maßnahmen auf Basis psychologischer Nutzer- und Angreifermodelle entwickeln, die in Zukunft Angriffe erschweren sollen", so Malte Elson.

IT-Sicherheit an der RUB: Die neue Gruppe ist an der RUB bestens eingebettet: Das Horst Görtz Institut für IT-Sicherheit (HGI) ist mit 22 Professorinnen und Professoren aus Elektro- und Informationstechnik, Mathematik, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften sowie Geistes- und Gesellschaftswissenschaft und rund 200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern eines der renommiertesten Institute dieser Fachrichtung in Europa. Malte Elson ist durch seine Mitgliedschaft als assoziierter Wissenschaftler im Fortschrittskolleg SecHuman eng mit dem HGI vernetzt. Ziel des Fortschrittskollegs Sec-Human ist es, die digitale Sicherheit der Gesellschaft grundlegend zu verbessern. Dazu bearbeiten die Mitglieder Forschungsfragen der IT-Sicherheit mit Praxisrelevanz über einen ganzheitlichen Ansatz.


Erfolgreich im Wettbewerb: Das Land fördert Start-ups aus Bochum

28.11.2017 - Julia Laska

cardcoin

Das Transferkonzept der Ruhr-Universität nimmt weiter Fahrt auf. Bei einem landesweiten Wettbewerb schneiden Jungunternehmer aus Bochum wieder am besten ab.

Erneut freuen sich geplante Ausgründungen aus der RUB über ihren Erfolg im Wettbewerb „Start-up-Hochschulausgründung“. Zwei von sechs geförderten Projekten kommen aus der RUB – damit liegt sie in Nordrhein-Westfalen wieder vorn. Bereits in der vorigen Wettbewerbsrunde hatte die RUB mit drei von zwölf Förderzusagen landesweit am besten abgeschnitten.


Junge Menschen begeistern: „Mit diesem verstetigten Erfolg zeigt sich, dass unsere Strategie aufgeht“, sagt Prof. Dr. Andreas Ostendorf, Prorektor für Forschung, Transfer und wissenschaftlichen Nachwuchs der RUB. „Im Zuge unseres Transferkonzeptes Worldfactory wollen wir mehr junge Menschen sensibilisieren und für das Unternehmertum begeistern, damit sie ihre guten Ideen für den Markt umsetzen.“

Gefördert werden diese Start-ups der RUB aus der fünften Wettbewerbsrunde:

  • Base Analytics: Wie wertvoll ein Fußballspieler für seine Mannschaft ist, berechnen Michael Senske und Patrick Balzerowski mit Methoden, die sie eigentlich für ihre Promotion im Exzellenzcluster „Ruhr Explores Solvation“ benötigen. Mit ihrem Algorithmus können sie in rund einer Stunde die wertvollsten Spieler einer Liga ermitteln – eine Information, die als Vorfilter für das Scouting nützlich ist.
  • Cardcoin: Die digitale Währung Bitcoin soll auch in Deutschland die Mitte der Gesellschaft erreichen. Die Gründer Felix Maduakor und Cedric Lehmann wollen daher neue Bezugsmöglichkeiten von Kryptowährungen einführen – mit einer Prepaidkarte, mit der die Nutzer deutschlandweit einfach und schnell Bitcoins erwerben, oder durch bequeme Online-Zahlung. Ziel ist, Bitcoins durch eine möglichst einfache Methode in die Lebenswelt der Menschen zu bringen. Felix Maduakor und Cedric Lehmann kooperieren mit dem Lehrstuhl für Systemsicherheit von Prof. Dr. Thorsten Holz, der zudem als Wissenschaftler am Horst Görtz Institut für IT-Sicherheit (HGI) der Ruhr-Universität Bochum tätig ist.

eurobits-Weihnachtsfeier

22.11.2017 - Julia Laska

eurobits_abendveranstaltung

Auch dieses Jahr lädt eurobits – das Europäische Kompetenzzentrum für IT-Sicherheit – zur weihnachtlichen Abendveranstaltung ein, um gemeinsam das Jahr ausklingen zu lassen. In entspannter Atmosphäre haben Geschäftsführer, Partner und Mitglieder die Möglichkeit zu interessanten Gesprächen und können sich über aktuelle Entwicklungen und Projekte aus dem Umfeld austauschen. Die Abendveranstaltung findet am Donnerstag, 14.12.2017, von 18.30 bis 23.30 Uhr im Zentrum für IT-Sicherheit statt.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Führungswechsel: Professor Dr. Gregor Leander ist neuer Direktor am HGI

15.11.2017 - Julia Laska

Leander

Professor Dr. Gregor Leander gehört zu den international führenden Wissenschaftlern auf dem Gebiet der symmetrischen Kryptographie. Bereits seit Mitte 2015 ist er am Horst Görtz Institut für IT-Sicherheit (HGI) der Ruhr-Universität Bochum (RUB) tätig. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich effizienter kryptographischer Verfahren für stark ressourcenbeschränkte Geräte, wie zum Beispiel RFID-Tags.


Über die Spitzenforschung hinaus wird sich Professor Leander in seiner neuen Position als Geschäftsführender Direktor den strategischen und organisatorischen Belangen des Instituts widmen und mit neuen Aufgaben betraut werden. Im Rahmen des Führungswechsels löst er Professor Dr. Christof Paar, Leiter des Lehrstuhls für Eingebettete Sicherheit, ab. Professor Paar, der bereits seit der Institutsgründung am HGI tätig ist, wird dem neuen Geschäftsführenden Direktor und der HGI-Geschäftsstelle weiterhin beratend zur Seite stehen. „Wir freuen uns, mit Professor Leander einen internationalen Spitzenforscher mit starken Führungseigenschaften gewonnen zu haben und gratulieren ihm zu seiner neuen Position am HGI“, so Professor Paar. Die Neubesetzung wird zum 15. November 2017 wirksam.


Vita: Professor Dr. Gregor Leander promovierte 2004 im Bereich Kryptographie und Kodierungstheorie an der RUB. 2006 wechselte er für ein Jahr an die Université Toulon, Frankreich. Zwischen 2008 und 2012 arbeitete er als Associate Professor an der Technischen Universität Dänemark. Für seine Forschung erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter den DHL Innovation Award 2013 und den Deutschen IT-Sicherheitspreis 2010. Seit 2015 ist Professor Leander als Leiter der Arbeitsgruppe symmetrische Kryptographie am HGI der RUB tätig.

zum Nachrichtenarchiv